Infrastruktur

Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schönau (Zug), Schweiz

Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schönau (Zug), Schweiz

Schweiz

Projektdaten

Auftraggeber: Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee

Projekt: Erweiterung der ARA Schönau um eine zusätzliche Verfahrensstufe zur Elimination von Spurenstoffen

Bearbeitungszeitraum: 2016 - 2018

Die ARA Schönau muss infolge neuer gesetzlicher Anforderungen (Revision der Gewässerschutzverordnung per 01.01.2016) Massnahmen zur Elimination von Mikroverunreinigungen treffen. Die Pöyry Schweiz AG wurde vom Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee als Generalplaner für die neue Verfahrensstufe gewählt. Die Projektierungsphase konnte Ende 2016 mit der Baueingabe erfolgreich abgeschlossen werden. Der Baustart ist für Mitte 2017 und die Inbetriebnahme für Ende 2018 vorgesehen.

Auf Basis umfangreicher Studien, Versuche und Variantenvergleichen wurde das Verfahren der Pulveraktivkohle-Dosierung auf die bestehende Filtrationsstufe gewählt. Das Verfahren vereint grosse Effektivität und Flexibilität mit einer hohen Wirtschaftlichkeit. Zusätzlich kann bei Bedarf Kohle direkt in die biologische Stufe gegeben werden. Es wird der erster grosstechnischer Einsatz von Pulveraktivkohle auf eine bestehende 2-Schicht-Raumfiltration in der Schweiz sein.

Das untenstehende Prozessflussdiagramm zeigt die Reinigungsstufen der Wasserstrasse der ARA Schönau. Durch die Anordnung von anaerob, anox und oxischer Zonen wird eine biologische Nährstoffelimination erreicht. Rot dargestellt ist die projektierte Erweiterung der Anlage. Die neuen Becken dienen der Einmischung und Konditionierung der Kohle zur Ausbildung geeigneter PAK-Flocken sowie der Adsorption der Mikroverunreinigungen. Die Kohle lagert sich in der Filtrationsstufe ein, wird zurückgehalten und über die Rückführung mit dem Spülwasser in die Belebung geführt. Aus dem System entfernt wird die mit Spurenstoffen beladene Kohle schlussendlich mit dem überschüssigen Schlamm.

Durch das sehr eingeschränkte Platzangebot, wird bestehende Infrastruktur ideal weitergenutzt und der Bestand sinnvoll erweitert. So konnten die Misch- und Kontaktbecken (2x 700 m3) in ein schon bestehendes Becken integriert werden. Auch ein Zwischenpumpwerk wird in ein schon bestehendes Pumpwerk eingebracht. Für die Lagerung der PAK stehen schlussendlich zwei Silos à 120 m3 zur Verfügung. Diese stehen über einem neuen Betriebsgebäude, welches u.a. die Dosieraggregate enthält. Das Investitionsvolumen beläuft sich hierbei auf rund 15.5 Mio. CHF.