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14 Jun 2019

Anwendung BIM - zwischen Nutzen und Erproben

Die Anwendung von BIM im Infrastrukturbau steht noch am Anfang – besonders bei Kläranlagen. In Vuippens FR wird derzeit die Schlammbehandlung der ARA ausgebaut. Geplant wurde die Erweiterung mit BIM.


Die Instandsetzung und Erweiterung der Schlammbehandlung der ARA Vuippens wurde vollständig modelliert.

An die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Vuippens FR sind 13 Gemeinden angeschlossen. Die Bevölkerung in diesen Gemeinden wächst, und neue Industriebetriebe liefern zusätzlich schadstoffbelastetes Abwasser. Um die gesetzlichen Vorgaben einhalten zu können, die aufbereitetes Wasser bei der Einleitung in den Gruyère-See erfüllen muss, ist es nötig, die Anlage zu erweitern. Bereits zwischen 2012 und 2017 wurde die Kapazität der Wasseraufbereitung von 45 000 auf 80 000 Einwohnerwerte gesteigert.
In einem zweiten Schritt wird nun die Kapazität der Schlammbehandlung erhöht. Dazu werden drei neue Faultürme, Maschinen- und Betriebsgebäude und ein neues Blockheizkraftwerk gebaut. Die vorhandenen Faultürme werden in Faulschlammlager umgewandelt. Um die neuen Anlagenteile in die bestehende ARA zu integrieren, wird zudem der Zulaufkanal zur Kläranlage verschoben. Die neuen Maschinen- und Betriebsgebäude befinden sich am Eingang zur Kläranlage. Die Gebäude bestehen aus drei Ebenen: Im Keller sind Pumpen und Wasserschlammtauscher installiert, im Erdgeschoss die Schalttafeln und im ersten Stock das Blockheizkraftwerk.

Erfahrung und Entdeckung
Obwohl bei Projektierung und Bau von Kläranlagen die Anwendung der BIM-Methode noch nicht verbreitet ist, hat Pöyry als Gesamtplaner entschieden, im Projekt «STEP de Vuippens» BIM einzusetzen. Vom Bestand über die Baugrube und Baustelleneinrichtung bis hin zum fertigen Bauwerk mit allen Gewerken und der Umgebungsgestaltung wurde alles modelliert. «Durch diese vollständige Modellierung konnten wir lehrreiche Erkenntnisse gewinnen. Die Visualisierungen waren für das Projektverständnis wertvoll», sagt Alain Bourgeois, Verfahrensingenieur und BIM-Manager. Für ihn ist es eine der grössten Herausforderungen, die Balance zwischen Givisieznützlicher Anwendung und trendigen Softwarespielereien zu halten.
Mitte 2019 soll der Bau beginnen und bis 2022 abgeschlossen sein. Dann wird sich zeigen, ob sich die Anwendung von BIM nach der Planungsphase auch während der Realisierung bewährt.

Text: Daniela Dietsche, Redaktorin Bauingenieurwesen/Verkehr